Sicherer im Internet surfen

Inhalt
Firefox verwenden
Grundeinstellungen
Protokolle und Zertifikate
Alternative Suchmaschinen
Mehr Sicherheit durch Add-ons
Plugins, das Einfallstor Nummer Eins
Abschlussbemerkungen
Änderungen (letzte Aktualisierung am 15.01.2015)

In meinem ersten Artikel will ich erklären, was ich so tue, um halbwegs sicher und trotzdem komfortabel im Internet zu surfen. Ziel soll es sein den Browser so einzurichten, dass man eine möglichst geringe Spur im Netz hinterlässt.

Firefox verwenden

Hier könnt Sie sich die aktuelle Version des Firefox Browsers herunterladen.

Warum ausgerechnet Firefox als Browser? Dafür gibt es mehrere Gründe.

Zunächst macht die zugrundeliegende Mozilla Public License Firefox zur freie Software. Das bedeutet in Sachen Sicherheit, dass jeder den kompletten Programmcode des Browsers auf Unsicherheiten und Hintertüren untersuchen kann.

Viele andere Browser beruhen zum Teil auch auf Open Source (wie etwa Googles Chrome oder Apples Safari). Aber eben nur zum Teil und daher ist es nicht möglich ihre Sicherheit komplett zu überprüfen. Hinzu kommt, dass sowohl Google als auch Apple amerikanische Unternehmen sind und daher komplett dem amerikanischen Patriot Act ausgeliefert sind, sprich auf verlangen von US-Behörden müssten sie Hintertüren einbauen und dürften nicht darüber reden. Und wenn diese Hintertüren im nicht veröffentlichten Programm-Code enthalten wären, sind sie auch nur ganz schwer aufzuspüren.

Außerdem ist Firefox für sehr viele gängige Betriebssysteme verfügbar (Windows, Linux, Mac OS und als Firefox Mobile auch fü Android). Benutzen Sie Firefox auf mehreren Geräten (wie PC, Laptop und Handy) so können Sie diese mit dem Service Sync synchron halten ohne das Ihre Privatsphäre verletzt wird.

Und nicht zuletzt gibt es für den Firefox Browser jede Menge Add-ons mit denen wir ihn noch sicherer und komfortabler machen können. Aber dazu nachher mehr.

Das Update auf neue Versionen funktioniert mittlerweile auf allen Plattformen (auch auf Windows) sehr gut, so dass Sicherheitslücken und neue Funktionen zeitnah ausgerollt werden. Schalten Sie diese Funktion auf keinen Fall ab.

Grundeinstellungen

Öffnen Sie die Einstellungen für den Firefox Browser.

FF_Einstellungen

Als erstes bitten wir alle Web-Seiten, dass sie unser Surfverhalten nicht speichern und analysieren sollen (Do not Track). Das ist leider nicht mehr als eine Bitte, der nur sehr wenige Werbeanbieter nachkommt. Aber um die schwarzen Schafe kümmern wir uns in einem späteren Schritt. Gehen Sie auf den Reiter “Datenschutz” und wählen Sie im Abschnitt “Verfolgung von Nutzeraktivitäten” den Punkt “Websites bitten, meine Aktivitäten nicht zu verfolgen”.

Nun kümmern wir uns um die Daten die Firefox über unser Surf-Verhalten abspeichert. Im Abschnitt “Chronik” wählen Sie unter “Firefox wird eine Chronik” den Punkt “nach benutzerdefinierten Einstellungen anlegen”.

Die ersten beiden Punkte sind ein wenig Geschmackssache. Ich habe mich dazu entschlossen, dass Firefox keine Chronik zu besuchten Seiten und Downloads speichern soll. Ich verwende die Chronik nicht, da ich alle wichtigen Seiten in meinen Favoriten habe. Ich möchte auch nicht, dass Firefox meine ganzen persönlichen Daten dauerhaft speichert, die ich in irgendwelche Web-Formulare und Suchfelder eingebe.

Jetzt wird es schon kniffeliger: Wie gehen wir mit Cookies um? Sie generell abzulehnen führt bei vielen Web-Seiten zu Problemen. Daher akzeptiere ich sie immer, behalte sie aber nur bis Firefox geschlossen wird. Unerwünschte Tracking Cookies kommen fast immer von Drittanbietern. Darum akzeptiere ich sie nie.

FF_Datenschutz

Als nächstes wenden wir uns dem Reiter “Sicherheit” zu. Im ersten Abschnitt alle Warnungen und Blockaden aktivieren. Außerdem habe ich das speichern von Passwörtern im zweiten Abschnitt komplett deaktiviert. Auch hier möchte ich nicht, dass alle Passwörter für Web-Seiten auf denen ich mich anmelde auf meinem Rechner gespeichert werden.

FF_Sicherheit

Protokolle und Zertifikate

Das grundlegende Protokoll mit der der Intenet-Browser des Nutzers und der Web-Server des Seitenanbieters kommunizieren heißt HTTP (Hypertext Transfer Protocol) und stammt aus den Entstehungstagen des Internets. Damals war noch gar nicht klar welch ein Erfolg dieses Internet sein würde und welche Probleme auf es zu kommen sollten. Daher ist HTTP komplett unverschlüsselt und nicht abgesichert. Es kann also jeder zwischen Nutzer und Seitenanbieter die Kommunikation abhören, sogar verändern. Außerdem kann sich jeder für den Inhaber einer Web-Seite ausgeben.

Die offenen Scheunentore wurden Mitte der 90er Jahre dann mit HTTPS (Hypertext Transfer Protocol Secure) geschlossen. HTTPS führt im zwei neue Mechanismen ein: Verschlüsselung der Kommunikation und Authentifizierung des Web-Servers. Für die Authentifizierung verwendet der Web-Server ein Zertifikat das von einer Zertifizierungsstelle ausgestellt wurde. Die Echtheit dieses Zertifikats wird dann beim Aufruf der Web-Seite von der Zertifizierungsstelle verifiziert.

Beim Firefox kann man in der Adresszeile sehr gut erkennen, welcher Mechanismus vom Web-Server angeboten wird und damit wie sicher die Verbindung ist.

PW_SichereVerbindung

  • Grünes Vorhängeschloss plus der Name des Anbieters: Die Verbindung ist verschlüsselt über HTTPS und die Internet-Adresse ist mit einem sehr sicheren Zertifikat abgesichert.
  • Graues Vorhängeschloss: Die Verbindung ist verschlüsselt über HTTPS und die Internet-Adresse ist mit einem Zertifikat abgesichert.
  • Graues oder orangenes Warndreieck: Die Verbindung ist nicht komplett verschlüsselt und die Seite stellt kein Zertifikat bereit, um ihre Identität sicher zu stellen.
  • Grauer Globus: Die Verbindung ist komplett unverschlüsselt über HTTP und die Seite stellt kein Zertifikat bereit, um ihre Identität sicher zu stellen.

Sie sollten vertrauliche vertraulichen Daten nur in Web-Seiten eintragen die zumindest ein Vorhängeschloss als Symbol haben, ein grünes Vorhängeschloss wäre natürlich besser.

Alternative Suchmaschinen

Firefox bietet von Haus aus mehrere Suchmaschinen zum Suchen nach Web-Seiten im Internet an. Hier wollen wir zum Schutz der eigenen Privatsphäre andere Suchmaschinen zu Firefox hinzufügen.

Die Mozilla Foundation, die den Firefox entwickelt finanziert sich im Wesentlichen durch Gelder von Google. Aber wieso bezahlt Google einem konkurrierenden Browserhersteller so viel Geld? Die Erklärung ist ganz einfach: Mozilla stellt als Gegenleistung Google als Standardsuchmaschine in Firefox ein. Und das ist Google 280 Mio. US-Dollar pro Jahr wert (Zahl aus dem Jahr 2012). Wir können also davon ausgehen, dass Google dadurch, dass die meisten Firefox-Anwender ihre Suchmaschine verwenden mehr Geld durch Werbeeinblendungen und private Benutzerdaten verdienen als den bezahlten Betrag an Mozilla.
Aber das ist nicht das einzige was gegen Google spricht. Da Google ein Amerikanisches Unternehmen ist kann fest davon ausgegangen werden, dass die NSA aufgrund des Patriot Acts Zugriff auf alle personenbezogenen Daten von Google hat. Des Weiteren wird Google von Gesetzgebern immer wieder gezwungen Suchergebnisse aus ihren Indizes herauszunehmen.

Eine Suchmaschine zu Firefox hinzuzufügen ist in den meisten Fällen sehr einfach. Man geht auf die Web-Seite der Suchmaschine. Nun klickt man in der Kopfzeile von Firefox auf den kleinen Abwärtspfeil zwischen dem Symbol der alten Suchmaschine und dem Suchfeld und klappt das Menü der schon eingetragenen Suchmaschinen aus. Dort findet man den Menüpunkt >>„XYZ Suche“ hinzufügen<<. Danach kann man die verfügbaren Suchmaschinen mit >>Suchmaschinen verwalten<< eben verwalten, etwa die Reihenfolge ändern oder auch wieder löschen.

FF_Suchmaschinen

Die wichtigste Suchmaschinen die wir auf diese Weise einrichten können ist MetaGer. Das ist eine Meta-Suchmaschine der Leibniz Universität Hannover. Das bedeutet, dass sie die Suchanfragen aufnimmt, an andere Suchmaschinen anonymisiert weiterleitet und für uns daraus eine Ergebnisliste generiert ohne von uns selbst Daten einzusammeln (versteht sich).

Auch für Google Maps gibt es mit OpenStreetMap eine sehr gute Suchalternative. Das komplett Kartenmaterial wird durch eine sehr aktive Community gepflegt und ist zum Teil deutlich detaillierter als bei Google. Leider gibt es kein Satellitenbild, dass man über die Karte legen könnte.

FF_OpenStreetMap

Eine weiter sehr gute Idee kommt aus Holland: Startpage. Startpage arbeitet ähnlich wie MetaGer, nur dass es eben nur Google als Quelle verwendet und unsere Suche daher anonym bei Google ankommt und die Ergebnisse auch wieder eingesammelt werden (vom gleichen Anbieter gibt es noch ixquick). Um Startpage den Suchmaschinen in Firefox hinzuzufügen müssen sie dem entsprechenden Link auf der Startseite folgen. Verwenden Sie auf jeden Fall die HTTPS-Variante!

FF_Startpage

Mit Duckduckgo tritt ein sehr ambitioniertes Amerikanisches Projekt an, um Google ein wenig zu ärgern. Duckduckgo hat eigene Server, um das Internet zu durchsuchen (Webcrawler) und die Suchergebnisse zu generieren. Bei Duckduckgo finden Sie wie bei Startpage auf der Web-Seite eine Schaltfläche zum Hinzufügen in die Suchmaschinen-Auswahl.

FF_Duckduckgo

Der letzte Tipp betrifft einen ganz anderen Ansatz. Alle üblichen Suchmaschinen haben spezielle zentrale Server: Webcrawler um das Web zu durchsuchen und damit die Suchdatenbanken aufzubauen. Damit haben diese Suchmaschinen zentrale Ziele, die man angreifen kann (sei es mit geheimdienstlichen oder kriminellen Mitteln oder durch Gesetze), um damit Daten der Anwender und Suchergebnisse zu kontrollieren.
Einen völlig anderen Ansatz verfolgt YaCy (Wikipedia). YaCy ist eine freie Suchmaschine die auf dem Peer-to-Peer-Prinzip arbeitet. Es gibt also keine dedizierten Webcrawler und auch keine Web-Server die einem die Suchseite zur Verfügung stellen. Hier gibt es nur Gleiche unter Gleichen. Jeder Anwender installiert sich die Software, die sich mit allen anderen installierten Instanzen vernetzt. Dieses Netzwerk verarbeitet absolut gleichberechtigt Suchanfragen und durchsucht das Netz. Es gibt also nicht mehr das eine Angriffsziel. Aber da man sich eine Software installieren muss ist das verwenden in Firefox nicht ganz so einfach. Aber bei SemperVideo gibt es eine sehr schöne Anleitung.

Mehr Sicherheit durch Add-ons

Die Funktionalität von Firefox lässt sich mit Hilfe von so genannten Add-ons erweitern. Im Standardmenü finden Sie das Puzzle-Symbol für Add-ons direkt neben dem Eintrag für die Einstellungen (siehe oben). Diese Add-ons werden wir jetzt benutzen, um Firefox sicherer zu machen (Mozilla nennt Add-ons die bereits installiert sind Erweiterungen) .

Bevor wir damit Anfangen ein paar kurze Worte wie Web-Seiten aufgebaut sind. Eine normale Seite besteht aus drei Dateitypen: einer HTML-Datei (Hypertext Markup Language, der Inhalt der Seite), einer oder mehrere CSS-Dateien (Cascading Style Sheets, beschreibt wie der Inhalt dargestellt werden soll) und JavaScrypt-Dateien (ECMA-Script wie es eigentlich heißt, die Programmiersprache des WWW). Und damit nicht jeder immer wieder alles neu programmieren muss gibt es von unterschiedlichsten Anbietern JavaScript-Bibliotheken, die man in seine Seite einbinden kann. Die sind nicht alle schlecht, ganz im Gegenteil. Aber wenn es um unerwünschtes Verhalten geht (wie das Ausschnüffeln der Privatsphäre) dann ist fast immer JavaScript im Spiel.

FF_NoScript

Das wohl wichtigste und zugleich von Unbedarften wegen seiner „Komplexität“ am meisten gescheute Add-on ist NoScript. Damit lässt sich festlegen (neben vielen anderen Einstellungen) von welchen Servern Firefox JavaScript-Bibliotheken nachladen darf. Dazu verwendet NoScript für alle Web-Seiten eine Positivliste. Ist ein Server mit seiner URL (Web-Adresse) in der Positivliste eingetragen, so darf er Bibliotheken zur Verfügung stellen. Wenn nicht, wird das Runterladen der Bibliotheken vom Firefox blockiert. Nach etwas Einarbeitung geht das Aufsetzen von NoScript recht flott von der Hand. Und nach ein paar Tagen wird man nicht mehr viel an seiner Positivliste ändern müssen und NoScript tut im Hintergrund seinen Dienst. Also so komplex ist es gar nicht.
Wieder mal gibt es von SemperVideo zwei sehr schöne Anleitungen. Hier ein Video zum anfänglichen aufsetzen der Positivliste (ich habe übrigens einfach alle Einträge gelöscht und mit einer nahezu leeren Liste angefangen). Dieses Video ist eine allgemeine Einführung in NoScript.
Leider gibt es NoScript bisher nur für die normale Version des Firefox. Ein Version, die auch für den Firefox für Android geeignet ist, ist derzeit noch in der Entwicklung und noch nicht für den normalen Einsatz geeignet.

FF_SelfDestructingCookies

Um Cookies noch weiter Einhalt zu gebieten verwende ich das Add-on Self-Destructing Cookies. Es löscht automatisch alle Cookies von Web-Seiten die nie offen waren oder nicht mehr offen sind. Außerdem räumt es noch den sogenannten LocalStorage auf, eine Speichermethode von JavaScript. Einfach installieren; es tut still und leise seinen Job.

Ich persönlich habe das Add-on so konfiguriert, dass es Cookies erst nach 5 Minuten löscht. So kann ich nach dem schließen eines Web-Seite noch mal dahin zurückkehren und finde noch meine alten Einstellungen der Seite vor. Außerdem habe ich die Benachrichtigungen abgestellt. Sonst zeigt das Add-on jedes mal an, wenn es ein Cookie löscht. Und das kann schon sehr ablenken.

 FF_CanvasBlocker

Für Konzerne wurden Cookies zum identifizieren von Benutzern immer unattraktiver, weil deren Verwendung sowohl rechtlich als auch technisch immer weiter eingeschränkt wird. Um Cookies zu umgehen wurde eine Technik die Canvas Fingerprinting genannt wird immer attraktiver. Dabei wird ausgenutzt, dass jeder Computer aufgrund von Eigenheiten wie installierte Schriftarten, Bildschirmauflösung, Grafiktreiber und vieler anderer Faktoren einen Text immer ein klein bisschen unterschiedlich darstellt. Damit lässt sich so was wie ein Fingerabdruck für jeden Computer errechnen. Mit CanvasBlocker kann man den Browser daran hindern diese Fingerabdrücke zu generieren.

Ich habe es so eingestellt, dass ich gefragt werde, sobald eine Seite die Auslese-API verwendet.

Viele Dateiformate kann Firefox von sich aus anzeigen, etwa PDF-Dokumente. Web-Seiten können allerdings Firefox vorschreiben, dass Dokument doch mit einem externen Programm zu öffnen. Und da gerade der Adobe Reader (der oft zum Anzeigen von PDF-Dokumenten benutzt wird) häufig von Sicherheitslücken betroffen ist, kann das ein mögliches Einfallstor für Angriffe auf den Computer sein. Mit dem Add-on InlineDisposition werden die Dokumente trotzdem im Firefox geöffnet.

FF_HTTPS_Everywhere

Die Electronic Frontier Foundation ist sowas wie eine Bürgerrechtsorganisation im digitalen Zeitalter. Die haben ein nettes Add-on entwickelt, das wo es eben geht verschlüsselte Verbindungen statt unverschlüsselten aufbaut: HTTPS Everywhere. Auch das bekommt meine Empfehlung. Und auch das muss einfach ohne viel Einrichtungsaufwand installiert werden.

Neben diesen gibt es noch einige andere Add-ons, die gerne von Nutzern zum Schutz ihrer Privatsphäre eingesetzt werden. Ganz oben auf der Liste wäre da etwa Ghostery. Aus zwei Gründen verwende ich es nicht. Erstens ist es nicht durchgehend Open Source. Es kann also nicht überprüft werden, was mit den ganzen Daten die dem Add-on über mich zur Verfügung stehen geschieht. Der zweite Grund ist, dass hinter Ghostery eine Firma steht, die natürlich Gewinn erzielen will. Und das tut sie, in dem Sie Daten, die durch Ghostery auf den Nutzer-Computer gesammelt werden an die Werbewirtschaft verkauft.

Hier noch ein paar Worte zu Thema Werbeblocker. Erst ein mal ist für viele kleinen Web-Seiten Werbung die einzige Einnahmequelle. Und nur dadurch können Sie ihre Unkosten decken und uns den Service zur Verfügung stellen; nehmen wir hier Semper Video als Beispiel. Des weiteren ist 90 Prozent der Werbung auf Web-Seiten durch die schon oben empfohlenen Add-ons leicht in den Griff zu kriegen.
Wer trotzdem unbedingt noch einen Werbeblocker einsetzen möchte dem Rate ich unbedingt zu Adblock Edge und nicht zu dem weit verbreiteten Adblock Plus. Edge ist ein Open Source Ableger von Plus. Adblock Plus dagegen ist ein Werbeblocker von dem sich Firmen freikaufen können. Adblock Plus kassiert also Geld von Firmen, damit ihre Werbung nicht geblockt wird (MobileGeeks).

Plugins, das Einfallstor Nummer Eins

Um zusätzliche Inhalte und Medien einfacher in Webseiten integrieren zu können bieten verschiedene Anbieter Plugins an. Um die Inhalte abrufen zu können muss das Plugin im Browser bzw. auf dem Rechner des Nutzers installiert sein. Die gängigsten und bekanntesten Plugins sind Flash und der PDF Reader von Adobe, Java von Oracle und Silverlight von Microsoft. Daneben gibt es noch einen ganzen Zoo weiterer Plugins.

Immer wieder wurden gerade die Plugins als Einfallstore für Attacken auf den Rechner des Nutzers genutzt. Gerade Flash, dem PDF Reader und Java sagt man nach, dass sie von Adobe und Oracle eher schlecht mit Updates und Fehlerkorrekturen versorgt werden.

Fakt ist, dass die Plugins im Internet eine immer geringere Rolle spielen: Flash, Silverlight und Java sind spätestens seit dem verabschieden des HTML5 Standards auf dem Rückzug. So installiert etwa Apple und Google auf ihren Betriebssystem kein Flash mehr und Adobe pflegt die Versionen für iOS, Android und Linux nur noch stiefmütterlich. Java spielte sowieso nie eine große Rolle zum Übertragen von angereicherten Inhalten.
Im Firefox werden Inhalte aus diesen Plugins seit Anfang 2014 nicht mehr automatisch abgespielt sobald man auf eine Web-Seite mit diesen Inhalten kommt. Dadurch können auch Angriffe nicht automatisiert ausgeführt werden. Man muss die zusätzlichen Inhalte aktiv durch Draufklicken starten. Tun Sie das nur auf Seiten denen Sie auch vertrauen.

Wer Plugins im Firefox nicht mehr komplett für eine Web-Seite per Klick aktivieren will, sondern wie früher es pro Element machen möchte, dem sei das Add-on Click to Play per-element empfohlen.

Bei PDF ging Mozilla einen anderen Weg. Der Firefox Browser hat einen eigenen Betrachter für PDF-Dokumente bekommen und man ist da nicht mehr auf ein Plugin angewiesen.

Überlegen Sie vorher, ob sie irgendwelche Plugins im Browser brauchen. Mein Rat ist sie im Zweifel nicht zu installieren. Und wenn Sie doch welche installieren müssen, dann achten Sie darauf sie aktuell zu halten, um bekannte Sicherheitslücken möglichst zeitnah zu schließen. Mozilla bietet eine Web-Seite an mit der sich die gängigsten Plugins auf Aktualität überprüfen lassen. Tun Sie das regelmäßig. Übrigens können Sie Plugins auf der Seite der Add-ons auch deaktivieren.

Abschlussbemerkungen

Insgesamt helfen die oben aufgeführten Maßnahmen Ihnen schon deutlich Ihre Privatsphäre zu schützen. Allerdings hinterlässt das normale Surfen im Internet auf ihrem Computer noch einiges an Spuren. Haben Sie zum Beispiel die Browser-Historie nicht abgeschaltet, so können andere Benutzer darin sehen, welche Web-Seiten Sie besucht haben. Der Browser legt auch einen sogenannten Cache auf Ihrer Festplatte an, einen Zwischenspeicher der benutzt wird um Daten (etwa Bilder oder ganze Web-Seiten) die schon mal geladen wurden nicht noch mal laden zu müssen.

FF_PrivatesFenster

Um zu vermeiden, dass andere die auch Zugriff auf den Computer haben herausfinden auf welchen Seiten Sie sich so herumgetrieben haben gibt es bei Firefox die Möglichkeit ein Privates Fenster zu verwenden. Private Fenster stellen sicher, dass auf dem eigenen Computer keine Spuren des eigenen Surf-Verhaltens zurückbleiben.

Das heißt aber noch nicht, dass keiner weiß welche Seiten Sie besucht habe. Letztlich weiß zumindest der Internet-Anbieter welche Web-Seiten Sie bei ihm angefordert haben und kennt die dazugehörigen Server im Internet. Und Internet-Anbieter sind gezwungen den Geheimdiensten und Strafverfolgungsbehörden Auskunft darüber zu geben, was der Nutzer so im Internet getrieben hat (heise).

Will man das vermeiden gibt es ein Mittel der Wahl: das TOR Netzwerk. Das TOR Projekt bietet auch einen komplett fertig konfigurierten TOR-Browser an, der seinen kompletten Datenverkehr durch das TOR Netzwerk leitet (basiert auf Firefox). ACHTUNG: Der TOR-Browser anonymisiert die Zugriffe auf Web-Seiten, er verschlüsselt sie aber nicht. Sprich der Internet-Anbieter sieht nur noch, dass Sie sich mit dem TOR Netzwerk verbinden und nicht welche Seite sie wirklich abrufen. Er kann, wenn sie nicht selbst für Verschlüsselung sorgen, aber noch mitlesen welche Daten hin und her gehen.

Die NSA ist wohl daran gescheitert das TOR Netzwerk zu deanonymisieren (heise). Und das Projektteam von TOR arbeitet auch immer weiter daran, dass System noch sicherer zu machen. Aber man macht sich als Nutzer des Tor Netzwerks sofort in den Augen der Geheimdienste verdächtig und landet in einer Datenbank der NSA (Zeit).

Ein weiterer Weg noch sicherer zu surfen kann es sein nur mit einem Rechner auf einer virtuellen Maschine ins Internet zu gehen (Ein Beispiel dafür wäre Virtual Box). Der Vorteil ist, dass man sich eventuelle Schadsoftware nicht auf seinem eigentlichen Computer, sondern nur auf dem virtuellen Rechner einfängt, den man leicht wieder zurücksetzen kann. Dafür gibt es auch schon fertige Lösungen wie etwa BitBox (Browser in a Box).

Änderungen:
15.01.2015 InlineDisposition bei Add-ons, Kapitel Protokolle und Zertifikate
13.01.2015 CanvasBlocker bei Add-ons

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